Heute gehören Umweltschutz oder Nachhaltigkeit selbstverständlich zu den Pflichten jedes Unternehmens, natürlich auch in der chemischen Industrie in Worms.  Unglücke wie die in Bhopal (Indien) oder Seveso (Italien) und eine wachsende Sensibilität haben dazu geführt, dass die chemische Industrie heute eine Vorreiterrolle einnimmt, wenn es um Sicherheitsfragen geht.

„In der idealen chemischen Fabrik (...) gibt es streng genommen keine Abfälle, sondern nur Produkte (Haupt- und Nebenprodukte). Je besser in der realen Fabrik Abfälle verwertet werden, desto mehr nähert sich (...) der Betrieb seinem Ideal, desto größer ist der Gewinn.

( August Wilhelm von Hofmann, erster Präsident der Deutschen Chemischen Gesellschaft )

Wie verringern wir den Energieverbrauch und CO2-Ausstoß?

Alle Unternehmen der chemischen Industrie in Worms arbeiten mit vielen Einzelmaßnahmen, die in der Summe sehr viel Energie in den Produktionsprozessen sparen.

  • Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung zur Erzeugung von Dampf (Wärme) und Strom
  • Kondensationsturbinen wandeln bisher ungenutzten Dampf aus der Produktion in Strom um
  • Nutzung von Produktionsabwärme zur Stromerzeugung (Inbetriebnahme OCR-Anlage)
  • Umstellung der Schwefelsäureproduktion von Erdöl auf Erdgasbetrieb
  • Optimierung der Kälteanlagen
  • Zertifizieres Energiemanagementsystem
  • Wärmedämmkissen für Rohrleitungen und Ventile
  • LEDs und Bewegungsmelder

Energieeffizienz-Tisch

Auf Initiative der Stadt Worms schließen sich im Jahr 2010 elf Unternehmen aus Worms zum EnergieEffizienz-Tisch zusammen. Das Wormser Unternehmens-netzwerk ist eines von 30 bundesweiten Pilot-Netzwerken, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert wurde. Mitglieder sind unter anderem Evonik, RENOLIT, Röchling Automotive und Trumpler.

Röchling Automotive

Der Automobilzulieferer am Floßhafen konnte durch:

  • Austausch einer alten Heizungsanlage
  • Isolieren einer Thermoölanlage
  • Optimierung aller Brandmeldeanlagen
  • Optimieren von Einschaltzeiten der Lüftung
  • Demontage der Schriftzugbeleuchtung
  • Zeitmanagement zur Vermeidung von Stromspitzen

1,2 Gigawatt Strom (2,3 %) einsparen. Damit können 300 Haushalte mit Energie versorgt werden. Das entspricht übrigens auch ca. 700 Tonnen CO2 pro Jahr. Um diese CO2-Menge zu binden, bräuchte man 700.000 m² Wald (98 Fußballfelder).

Wie können wir unsere Gewässer schützen?

Die Unternehmen der chemischen Industrie in Worms haben mittlerweile Sicherheitssysteme, um Grundwasser und Gewässer vor Verunreinigungen zu schützen:

  • Das zu Kühlzwecken entnommene Rheinwasser wird bei Evonik in einer eigenen Messstation untersucht, bevor es zurückgeleitet wird. Eine eingebaute Sperre verhindert die Einleitung bei Überschreitungen der Grenzwerte
  • Produktionsabwasser wird in einer Fabrikationsabwasser-Reinigungsanlage aufbereitet, bevor es von Evonik in das städtische Klärwerk geht
  • Sicherheitssysteme in den Anlagen erkennen Leckagen zuverlässig und verhindern den Eintritt von Chemikalien in die Kanalisation
  • Rohstofftanks und Tanks von Zwischenprodukten stehen auf stoffdichten Wannen, z. B. bei Evonik, Grace und RENOLIT.
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